Bernstein-Manufaktur Königsberg – so hießen zwei Betriebe: die königliche Manufaktur, gegründet 1781, und die Staatliche Bernstein-Manufaktur (SBM) ab 1926. Der Rohstoff kam aus dem Samland, westlich von Königsberg. Dort wurde das fossile Harz seit Jahrhunderten gesammelt und gehandelt.
Inhalt
Die Königliche Bernstein-Manufaktur in Königsberg
Friedrich der Große ließ die Manufaktur 1781 gründen. Der Staat wollte Förderung, Handel und Qualität selbst in der Hand haben.
Zeit des Königreichs Preußen
Die Manufaktur war ein Staatsbetrieb und sollte dem Königreich Preußen Geld bringen. Hergestellt wurden Schmuck, Dosen, Schachteln, Pfeifenköpfe, Uhrengehäuse und kleine Gebrauchs- und Geschenkartikel. Viele Stücke haben ein Silberschildchen oder eine Gravur, oft mit Jahreszahl, Monogramm oder Widmung.
Der Rohbernstein kam von der Samlandküste. Die Stücke sind sauber gearbeitet, gleichmäßig poliert und schlicht in der Form, ganz im Geschmack zwischen Spätbarock und Biedermeier.
Manches ging als Geschenk an den preußischen Hof oder an ausländische Besucher. Dazu kamen kirchliche Stücke wie Kreuzanhänger und Rosenkränze.
Bernsteinverarbeitung im Kaiserreich
Als das königliche Monopol im 19. Jahrhundert fiel, machten in Königsberg zahlreiche private Werkstätten auf. Auch im Kaiserreich blieb die Stadt das Zentrum der Bernsteinverarbeitung. Gefertigt wurden Schmuck, Ketten, Dosen, Schachteln, Knöpfe und Ziergegenstände. Es kamen mehr Maschinen zum Einsatz, die Qualität blieb trotzdem gut.
Staatliche Bernstein-Manufaktur (SBM) und Drittes Reich
1926 ging es unter neuem Namen weiter: Staatliche Bernstein-Manufaktur Königsberg, kurz SBM. Sie stellte Schmuck, Dosen, Broschen und Gebrauchsgegenstände her, teils in Serie.
In den 1930er-Jahren griff der Staat stärker in den Betrieb ein. Neben Alltagsware entstanden Repräsentationsstücke für offizielle Zwecke.
Der Krieg beendete die Produktion. 1944 wurden die Werkstätten zerstört, Material und Maschinen kamen nach Russland.
Nachkriegszeit
Nach 1945 übernahmen die Sowjets. Das Bernsteinwerk in Jantarny, dem früheren Palmnicken bei Kaliningrad, arbeitete mit den übernommenen Maschinen und Methoden weiter.
Geflohene und vertriebene Handwerker eröffneten kleine Werkstätten, unter anderem in Lübeck, Kiel, Hamburg und Ribnitz-Damgarten (DDR).
Was Sammler suchen
Arbeiten der Königlichen und der Staatlichen Bernstein-Manufaktur Königsberg sind ein Stück ostpreußischer Handwerksgeschichte. Dosen, Schachteln und Schmuck mit Gravur oder Silberschildchen sind selten und gesucht.
Ankauf und Bewertung
Bei Bernstein aus Königsberg entscheiden Verarbeitung, Politur, Gravur, Silberschildchen und Zustand über den Preis. Kleine Unterschiede machen viel aus. Mehr dazu beim Bernsteinankauf in Kiel.
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