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Silber verkaufen in Kiel — Silberbesteck & Silberwaren ankaufen

Zigarettenetuis vom Hofjuwelier erkennen und verkaufen

Zigarettenetuis vom Hofjuwelier erkennen und verkaufen: Dafür reicht ein Stempel allein nicht. Europäische Kaiser-, Zaren- und Fürstenhäuser beschäftigten zahlreiche Hofjuweliere, Goldschmiede und Silberwarenhersteller. Diese lieferten Schmuck, Orden und Silberarbeiten. Dazu kamen Tabatieren, Zigarettenetuis und andere persönliche Gebrauchsgegenstände. Wer heute ein solches Stück besitzt, muss klären, wer es gemacht hat, wer es geliefert hat und wer es in Auftrag gegeben hat.

Hersteller, Lieferant, Auftraggeber

Viele Stücke erhielten nach Wunsch des Auftraggebers ein Monogramm, ein Wappen, eine Krone oder eine persönliche Widmung. Nicht jeder Hofjuwelier stellte dabei selbst her. Viele Geschäfte bezogen fertige Silberarbeiten aus spezialisierten Manufakturen. Sie ließen die Stücke gravieren und verkauften sie unter eigenem Firmennamen.

Die wichtigsten Hofjuweliere

Fabergé – Hofjuwelier des russischen Zarenhauses

Die Firma Fabergé in Sankt Petersburg gehörte zu den bekanntesten Herstellern kostbarer Zigarettenetuis. Sie belieferte das russische Zarenhaus und zahlreiche Angehörige des europäischen Hochadels. Neben den berühmten Schmuckarbeiten fertigte Fabergé Zigarettenetuis aus Silber und Gold. Oft tragen sie farbige Guilloché-Emaille, Edelsteine und kaiserliche Monogramme.

Ein Teil dieser Etuis entstand ausdrücklich als kaiserliche Ehrengabe. Typisch sind der russische Doppeladler, gekrönte Monogramme und eine besonders sorgfältige Ausführung.

Auch andere russische Hofjuweliere und Goldschmiedefirmen fertigten höfische Geschenke, darunter Bolin, Hahn und Koechli.

Gottorf, Kiel und das russische Zarenhaus

Das Zarenhaus, für das Fabergé arbeitete, hat Wurzeln in Schleswig-Holstein. Peter III. kam am 21. Februar 1728 im Kieler Schloss als einziger Sohn von Herzog Karl Friedrich von Holstein-Gottorf und Großfürstin Anna zur Welt. Anna war die älteste Tochter Peters des Großen. Seine Tante, Kaiserin Elisabeth, adoptierte ihn im Dezember 1741 und bestimmte ihn zum Thronfolger. Im folgenden Jahr ging er nach Russland. Als Braut wählte Elisabeth eine Prinzessin von Anhalt-Zerbst, die mit dem Haus Holstein-Gottorf verwandt war: die spätere Katharina II.

1762 bestieg Peter den Thron. Nach 186 Tagen stürzte ihn Katharina, kurz darauf starb er unter ungeklärten Umständen. Das Zarenhaus wird seitdem als Haus Holstein-Gottorp-Romanow geführt.

Katharina regelte auch das Gottorfer Erbe in Schleswig-Holstein. 1773 tauschte sie im Vertrag von Zarskoje Selo den Gottorfer Anteil an Holstein gegen Oldenburg und Delmenhorst. Ratifiziert hat ihn Großfürst Paul, der spätere Zar Paul I., am 1. Juni 1773.

Der Stammsitz der Gottorfer war Schloss Gottorf bei Schleswig. Ab 1544 residierten dort die Herzöge von Schleswig-Holstein-Gottorf. 1713 fielen die Gottorfer Besitzungen in Schleswig an Dänemark.

Auch eines der bekanntesten Geschenke an einen Zaren stammt aus Gottorf. Ab 1650 ließ Herzog Friedrich III. einen begehbaren Riesenglobus bauen, über drei Meter im Durchmesser, innen Sternenhimmel, außen Erde. Peter der Große erbat sich den Globus 1713 als Geschenk und ließ ihn nach St. Petersburg bringen. Andere Darstellungen sprechen von Kriegsbeute. Heute steht das Original in der Kunstkammer in St. Petersburg. Im Landesmuseum Schloss Gottorf in Schleswig ist ein Nachbau zu sehen. In Kiel erinnert ein Denkmal an Peter III.

Gebrüder Friedländer – Hofjuweliere des deutschen Kaiserhauses

Die Berliner Firma Gebrüder Friedländer war Hofjuwelier des preußischen Königshauses und des deutschen Kaiserhauses. Sie lieferte Schmuck, Silberwaren und andere hochwertige Gegenstände an den Hof, auch persönliche Geschenke und repräsentative Silberarbeiten. Erhaltene Arbeiten tragen die Herstellerbezeichnung „Gebr. Friedländer“, Silberpunzen und teilweise kaiserliche Monogramme. Bekannt sind vor allem Silberarbeiten aus dem Besitz Kaiser Wilhelms II. mit dem gekrönten Monogramm „WR“.

Eine Friedländer-Signatur auf einem Zigarettenetui entscheidet aber noch nichts. Ob ein Bezug zum Kaiserhaus bestand, zeigen erst Widmung und Herkunft.

Johann Wagner & Sohn – Silber für das preußische Königshaus

Die Berliner Silberwarenfirma Johann Wagner & Sohn belieferte ebenfalls das preußische Königshaus und das deutsche Kaiserhaus. Bekannt ist sie für hochwertige Silberarbeiten und Tafelsilber mit königlichen und kaiserlichen Monogrammen. Einige erhaltene Stücke stammen aus dem persönlichen Silberbestand Kaiser Wilhelms II. Bei ihnen ergibt sich die Zuordnung erst aus Herstellerzeichen, Herrschermonogramm und Sonderanfertigung zusammen.

Auch bei Wagner sind Hersteller, Lieferant und Auftraggeber auseinanderzuhalten.

M. Hansen, Kiel – Hofjuwelier in Schleswig-Holstein

In Schleswig-Holstein war das Kieler Juwelierhaus M. Hansen am Schlossgarten Hoflieferant. Es arbeitete für das Umfeld des Kaiserhauses, die Kaiserliche Marine und den Kaiserlichen Yacht-Club. Silberarbeiten bezog Hansen auch von Wilkens sowie Koch & Bergfeld aus Bremen und versah sie mit Gravur und eigener Signatur. Bei der Bezeichnung „M. Hansen, Kiel“ sind Herstellung, Lieferung und Personalisierung deshalb getrennt zu betrachten.

Punzen und Signaturen richtig lesen

Bei der Bestimmung eines historischen Zigarettenetuis sind Herstellerzeichen und Silberpunzen wichtige Anhaltspunkte.

Punze Herkunft Silbergehalt
800 deutsch 800/1000
835 deutsch 835/1000
925 deutsch 925/1000
84 Solotnik russisch 875/1000

Auf deutschen Silberarbeiten steht die Feingehaltsangabe oft zusammen mit Halbmond, Krone und Herstellerzeichen. Russische Arbeiten haben ein eigenes Punzierungssystem. Auf älteren russischen Stücken ist 84 Solotnik verbreitet.

Herstellerpunzen von Fabergé, Friedländer oder Wagner geben Hinweise auf Herkunft und Entstehungszeit. Das gilt auch für Firmensignaturen wie „M. Hansen, Kiel“.

Eine Herstellerpunze oder Hofjuwelier-Signatur beweist nicht, dass ein Kaiser, Zar oder Fürst das Stück persönlich verschenkt hat. Das belegen nur eine Widmung, eine Gravur oder eine nachvollziehbare Herkunft.


Ankauf und Bewertung

Wer Zigarettenetuis vom Hofjuwelier erkennen und verkaufen will, sollte Punzen, Signatur, Widmung und Herkunft prüfen lassen. Wir sehen uns einzelne Etuis und Silberarbeiten ebenso an wie Stücke aus Nachlässen. Wie wir bewerten, steht unter Transparenz und Fairness.

Kontakt

Goldankauf Kiel

Direkter Draht für Fragen rund um Ankauf, Bewertung und Einordnung von Gold, Schmuck, Silber und Münzen.

Quellen zu Gottorf und Zarenhaus

  • Neue Deutsche Biographie — Bd. 20 (2001): Peter III. (Karl Peter Ulrich Herzog von Holstein-Gottorf). deutsche-biographie.de
  • Allgemeine Deutsche Biographie — Ferdinand von Krogh: Peter, Herzog von Holstein-Gottorp, Kaiser von Rußland. Bd. 25 (1887), S. 469–473. Wikisource
  • Brockhaus und Efron — Enzyklopädisches Wörterbuch, Bd. IX (1893), Artikel „Gottorp oder Gottorf“. Wikisource (russisch)
  • Smithsonian Magazine — The World According to Gottorf. smithsonianmag.com
  • Der Tagesspiegel — Bericht zur Eröffnung des rekonstruierten Riesenglobus in Schloss Gottorf. tagesspiegel.de

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